Das Wichtigste in Kürze
- Die Nutzungsdauer von Hörgeräten liegt häufig bei etwa fünf bis sieben Jahren, kann je nach Pflege, Beanspruchung und technischem Zustand aber deutlich abweichen.
- Die bei gesetzlich Versicherten oft genannten sechs Jahre sind vor allem ein Versorgungszeitraum und keine feste technische Lebensdauer.
- Regelmäßige Pflege, professionelle Wartung und Hörkontrollen helfen dabei, die Funktion der Hörgeräte möglichst lange zu erhalten.
- Ein Austausch ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Hörsystem technisch nicht mehr zuverlässig arbeitet oder nicht mehr optimal zum aktuellen Hörvermögen passt.
Nutzungsdauer von Hörgeräten: Wie lange halten Hörsysteme wirklich?

Hörgeräte werden täglich viele Stunden getragen und sind dabei unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. Deshalb lässt sich ihre Nutzungsdauer nicht auf eine feste Jahreszahl reduzieren. Als Orientierung gelten bei modernen Hörgeräten häufig etwa fünf bis sieben Jahre. Wie lange ein Hörsystem tatsächlich zuverlässig funktioniert, hängt unter anderem von Pflege, Feuchtigkeit, Schweiß, Cerumen, Bauform und täglichen Umgebungsbedingungen ab.
Auch die häufig genannten sechs Jahre bei gesetzlich Versicherten sind nicht mit der technischen Lebensdauer gleichzusetzen. Ein Hörgerät muss nach sechs Jahren nicht automatisch ersetzt werden, ebenso kann unter bestimmten Umständen bereits früher eine neue Versorgung sinnvoll sein.
Im Folgenden erklären wir, welche Faktoren die Nutzungsdauer beeinflussen und woran Sie erkennen können, wann Ihre Hörgeräte überprüft oder neu versorgt werden sollten.
Wie lange kann man ein Hörgerät tragen?
Moderne Hörgeräte sind kleine Hochleistungscomputer. Auf engem Raum arbeiten Mikrofone, Hörer, Prozessoren, Funktechnik, Sensoren und je nach Modell auch Akkus zusammen. Gleichzeitig sind die Geräte täglich Wärme, Schweiß, Hautfett und Feuchtigkeit ausgesetzt. Diese Belastungen können sich auf die Nutzungsdauer auswirken.
Bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung können Hörgeräte viele Jahre zuverlässig genutzt werden. Als grobe Orientierung gelten häufig etwa fünf bis sieben Jahre. Das ist jedoch keine feste Grenze. Manche Hörsysteme funktionieren auch danach technisch einwandfrei, andere benötigen bereits früher Reparaturen oder passen nicht mehr optimal zu den aktuellen Hörbedürfnissen.
Entscheidend ist deshalb nicht nur das Alter des Geräts. Wichtig ist vor allem, ob Ihre Hörgeräte Ihr aktuelles Hörvermögen und Ihren persönlichen Alltag weiterhin bestmöglich unterstützen.
Die technische Lebensdauer und die Nutzungsdauer sind nicht dasselbe

Bei Hörgeräten sollte zwischen technischer Lebensdauer und praktischer Nutzungsdauer unterschieden werden. Die technische Lebensdauer beschreibt, wie lange ein Gerät funktionsfähig bleibt oder wirtschaftlich repariert werden kann. Die praktische Nutzungsdauer zeigt dagegen, wie lange das Hörsystem im Alltag noch zuverlässig zu den persönlichen Hörbedürfnissen passt.
Beide Zeiträume können deutlich voneinander abweichen. Ein sechs Jahre altes Hörgerät kann technisch einwandfrei funktionieren, aber nicht mehr optimal auf einen veränderten Hörverlust abgestimmt sein. Umgekehrt können ältere Hörgeräte weiterhin sehr gute Unterstützung bieten, wenn sie technisch zuverlässig arbeiten und den individuellen Anforderungen entsprechen.
Auch der technische Fortschritt kann eine Rolle spielen. Neuere Hörgeräte bieten teilweise verbesserte Sprachverarbeitung, automatische Anpassungen an unterschiedliche Hörsituationen oder direkte Verbindungen zu Smartphones und anderen Geräten. Trotzdem ist ein älteres Hörsystem nicht automatisch ungeeignet.
Was bedeutet die Sechs-Jahres-Frist bei Hörgeräten?
Bei gesetzlich Versicherten in Deutschland spielt bei Hörgeräten häufig ein Zeitraum von sechs Jahren eine Rolle. Dieser Zeitraum wird jedoch oft mit der technischen Nutzungsdauer verwechselt.
Nach der geltenden Hilfsmittel-Richtlinie muss eine Wiederverordnung bei Erwachsenen vor Ablauf von sechs Jahren besonders begründet werden. Das kann zum Beispiel bei einer fortschreitenden Verschlechterung des Hörvermögens oder aus technischen Gründen der Fall sein. Bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gilt ein Zeitraum von fünf Jahren.
Eine Neuversorgung kann also auch vor Ablauf von sechs Jahren möglich sein, wenn entsprechende medizinische oder technische Gründe vorliegen. Umgekehrt bedeutet das Erreichen der sechs Jahre nicht automatisch, dass funktionierende Hörgeräte ersetzt werden müssen.
Die sechs Jahre beschreiben vor allem einen Versorgungs- und Servicezeitraum. Während dieser Zeit müssen unter anderem die notwendige Nachbetreuung sowie Instandhaltungs- und Reparaturleistungen sichergestellt sein. Die tatsächliche Nutzungsdauer eines Hörgeräts kann davon abweichen und richtet sich immer nach dem individuellen Bedarf und dem Zustand des Hörsystems.
Können Hörgeräte länger als sechs Jahre halten?

Ja, Hörgeräte können durchaus länger als sechs Jahre genutzt werden. Voraussetzung ist, dass sie technisch zuverlässig arbeiten, zum aktuellen Hörverlust passen und im Alltag weiterhin ein gutes Sprachverstehen ermöglichen.
Dabei reicht es nicht aus, nur zu prüfen, ob das Hörgerät grundsätzlich noch funktioniert. Auch die Einstellung muss weiterhin zum individuellen Hörvermögen passen. Da sich das Gehör im Laufe der Jahre häufig schleichend verändert, werden Veränderungen nicht immer sofort wahrgenommen.
Regelmäßige Hörprüfungen und Kontrollen der Hörgeräte sind deshalb sinnvoll. Bei Hörsysteme Schüren können wir überprüfen, ob die aktuelle Einstellung noch passend ist und ob sich durch eine Nachjustierung weitere Verbesserungen erzielen lassen. So kann die Nutzungsdauer eines gut funktionierenden Hörsystems unter Umständen deutlich über sechs Jahre hinausgehen.
Was beeinflusst die Lebensdauer eines Hörgeräts?
Die Nutzungsdauer von Hörgeräten hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der Qualität des Geräts spielen vor allem die tägliche Beanspruchung, Feuchtigkeit, Schweiß, Cerumen, Staub und der persönliche Umgang mit dem Hörsystem eine wichtige Rolle. Mit der richtigen Pflege lassen sich viele dieser Belastungen reduzieren.
Tägliche Tragedauer
Viele Menschen tragen ihre Hörgeräte zehn, zwölf oder mehr Stunden am Tag. Über mehrere Jahre kommen dadurch zehntausende Betriebsstunden zusammen. Ein Hörsystem, das vom Morgen bis zum Abend genutzt wird, ist entsprechend stärker beansprucht als ein Gerät, das nur gelegentlich getragen wird.
Feuchtigkeit und Schweiß
Feuchtigkeit zählt zu den größten Belastungen für elektronische Hörsysteme. Da Hörgeräte direkt am Körper getragen werden, kommen sie regelmäßig mit Schweiß, Luftfeuchtigkeit und wechselnden Temperaturen in Kontakt. Beim Sport, bei körperlicher Arbeit oder in einem warmen und feuchten Umfeld kann die Belastung zusätzlich steigen.
Moderne Hörgeräte sind häufig gut gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt. Dennoch bedeutet dieser Schutz nicht, dass die Geräte vollständig wasserdicht sind. Unnötiger Kontakt mit Wasser sollte deshalb vermieden werden.
Ohrenschmalz
Cerumen, also Ohrenschmalz, schützt den Gehörgang, kann bei Hörgeräten jedoch zu Funktionsproblemen führen. Besonders der Hörer und die dafür vorgesehenen Filter können sich zusetzen. Das Hörgerät klingt dann beispielsweise leiser oder scheint plötzlich nicht mehr zu funktionieren.
Nicht immer steckt dahinter ein technischer Defekt. Häufig können bereits eine Reinigung oder der Wechsel des Cerumenfilters die Funktion wiederherstellen. Wenn Sie verstärkt Cerumen bilden, sollten die entsprechenden Bauteile häufiger kontrolliert werden.
Staub und Schmutz
Auch Staub, Hautpartikel und andere Verschmutzungen können Mikrofone und weitere Bauteile beeinträchtigen. Das betrifft insbesondere Menschen, die regelmäßig in staubigen Umgebungen wie Werkstätten, auf Baustellen oder in der Landwirtschaft tätig sind.
Umgang mit dem Hörgerät
Auch der tägliche Umgang kann die Nutzungsdauer beeinflussen. Stürze auf harte Böden, versehentliches Mitwaschen in der Kleidung oder Kontakt mit Wasser können selbst robuste Hörgeräte beschädigen.
Eine feste Routine kann hier vorbeugen. Bewahren Sie Ihre Hörgeräte nach dem Herausnehmen möglichst immer an einem vorgesehenen Platz auf oder stellen Sie sie direkt in die Ladestation. Eine geeignete Aufbewahrungsbox bietet zusätzlichen Schutz, besonders wenn kleine Kinder oder Haustiere im Haushalt leben.
Warum professionelle Wartung wichtig ist

Nicht jede Verschmutzung oder technische Veränderung lässt sich zu Hause erkennen. Bei einer professionellen Wartung können unter anderem Mikrofone, Hörer, Filter, Schallschläuche, Ohrpassstücke, Kontakte und weitere Bauteile überprüft werden. Technische Messungen zeigen zusätzlich, ob die Hörgeräte noch innerhalb der vorgesehenen Leistungswerte arbeiten.
Ebenso wichtig ist die Kontrolle des Hörvermögens. Wenn Gespräche plötzlich schlechter verstanden werden, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Möglich sind beispielsweise ein verstopfter Filter, ein technischer Defekt, eine nicht mehr passende Einstellung oder eine Veränderung des Gehörs.
Ohne entsprechende Messungen lassen sich diese Ursachen nicht zuverlässig voneinander unterscheiden. Bei Hörsysteme Schüren betrachten wir deshalb nicht nur das Gerät selbst, sondern immer das Zusammenspiel aus Hörvermögen, Hörsystem und persönlichem Alltag. Regelmäßige Kontrollen können dazu beitragen, die Funktion und Nutzungsdauer Ihrer Hörgeräte bestmöglich zu erhalten.
FAQ
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Andrea Walla
(Fillialleitung)
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