Kurz und knapp
- Eine rechtzeitige Diagnose und passende Behandlung können die Lebensqualität bei Schwerhörigkeit deutlich verbessern.
- Je nach Ursache kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten infrage, von Medikamenten und Operationen über Hörgeräte bis hin zu Cochlea-Implantaten.
- Auch ergänzende Maßnahmen wie Hörtraining, Logopädie oder technische Hilfsmittel können das Sprachverständnis und die Kommunikation unterstützen.
- Wichtig ist, das Gehör regelmäßig überprüfen zu lassen und bei ersten Anzeichen einer Hörminderung frühzeitig zu handeln.
- Mit der richtigen Versorgung und etwas Geduld lässt sich das Hören in vielen Fällen spürbar verbessern.
Welches Hörgerät passt zu welchem Bedarf?

Wenn das Gehör nachlässt, ist das für viele Betroffene ein einschneidendes Erlebnis. Doch moderne Hörgeräte helfen dabei, Gespräche besser zu verstehen und aktiv am Leben teilzunehmen.
Damit ein Hörgerät optimal wirken kann, muss das Innenohr noch in der Lage sein, Schallwellen zumindest teilweise wahrzunehmen. Ist dies nicht mehr gegeben, kann ein Cochlea-Implantat die bessere Lösung sein. Wir von Hörsysteme Schüren beraten Sie gerne, welches System in Ihrem Fall sinnvoll ist.
In der Regel übernimmt die Krankenkasse die Kosten für ein ärztlich verordnetes Hörgerät, sobald die Schwerhörigkeit durch einen Hörtest nachgewiesen wurde.
Ein Hörgerät nimmt den Schall über ein Mikrofon auf, verstärkt ihn und leitet ihn über den Gehörgang ins Innenohr weiter. Auf diese Weise werden die Töne wieder klarer und verständlicher. Die Energieversorgung erfolgt meist über kleine Batterien oder wiederaufladbare Akkus.
Je nach persönlichem Bedarf und Grad der Schwerhörigkeit stehen verschiedene Hörgeräte-Typen zur Verfügung:
- Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO): Diese Modelle sitzen unauffällig hinter dem Ohr. Über einen feinen Schlauch gelangt der verstärkte Schall in den Gehörgang. Sie sind robust, leistungsstark und für fast alle Hörgrade geeignet.
- Im-Ohr-Hörgeräte (IdO): Diese Hörsysteme werden individuell an die Ohrform angepasst und sitzen direkt im Gehörgang, nahezu unsichtbar und besonders komfortabel.
- Knochenleitungshörgeräte: Sie leiten den Schall nicht über den Gehörgang, sondern über Schwingungen an den Schädelknochen weiter. Eine geeignete Behandlungsmöglichkeit, wenn die Schallleitung im Mittelohr gestört ist.
- Implantierte Hörgeräte: Hierbei werden Teile des Hörsystems dauerhaft im Körpergewebe verankert. Sie übertragen den Schall direkt an den Schädelknochen, die Gehörknöchelchen oder das Innenohr.
Was unterstützt, wenn das Gehör kaum noch funktioniert?
Wenn das Gehör stark nachlässt oder fast vollständig versagt, reichen klassische Hörgeräte oft nicht mehr aus. In solchen Fällen sind andere Behandlungsmöglichkeiten notwendig, um das Hören zumindest teilweise wiederherzustellen.
Ist die Schwerhörigkeit so ausgeprägt, dass eine Verstärkung des Schalls durch herkömmliche Hörgeräte nicht mehr genügt, kann ein sogenanntes Cochlea-Implantat eine sinnvolle Alternative sein. Diese sogenannte „Hörprothese“ übernimmt im Prinzip die Funktion des Innenohrs, indem sie Schallwellen in elektrische Signale umwandelt, die dann direkt an den Hörnerv weitergegeben werden.
Ein Cochlea-Implantat (CI) besteht aus zwei Komponenten: einem äußeren Teil mit Mikrofon und Sprachprozessor sowie einem implantierten Empfänger mit Elektrodenkabel. Der Sprachprozessor nimmt die Umgebungsgeräusche auf und wandelt sie in digitale Informationen um. Diese werden über die Sendespule an den implantierten Empfänger weitergeleitet, der sie in elektrische Impulse umsetzt. Diese Impulse reizen gezielt unterschiedliche Bereiche der Hörschnecke, wodurch der Höreindruck entsteht.
Das Einsetzen eines Cochlea-Implantats erfolgt unter Vollnarkose in einer spezialisierten HNO-Klinik. Dort arbeiten Ärztinnen und Ärzte, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Therapeutinnen und Therapeuten eng zusammen, um die optimale Versorgung sicherzustellen. In der Regel erhalten stark schwerhörige Menschen ein Implantat pro Ohr.
Ein Cochlea-Implantat kommt vor allem dann infrage, wenn das Innenohr nicht mehr in der Lage ist, Schallwellen ausreichend zu verarbeiten, der Hörnerv jedoch noch funktionsfähig ist. Ist dieser hingegen geschädigt, kann in bestimmten Fällen ein sogenanntes auditorisches Hirnstamm-Implantat helfen, das direkt bestimmte Bereiche des Gehirns stimuliert.
Der Eingriff gilt als risikoarm und wird von erfahrenen Fachärztinnen und Fachärzten durchgeführt. Wie bei jeder Operation können vereinzelt Komplikationen wie Infektionen, Blutungen oder Wundheilungsstörungen auftreten, sie bleiben jedoch selten.
Wir von Hörsysteme Schüren beraten Sie gerne umfassend zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei hochgradiger Schwerhörigkeit und erklären, wann ein Cochlea-Implantat sinnvoll sein kann. So finden Sie gemeinsam mit uns den Weg zu mehr Hörqualität und Lebensfreude.
Medizinische und operative Behandlungsmöglichkeiten
Nicht jede Schwerhörigkeit erfordert sofort ein Hörgerät. In manchen Fällen lassen sich die Ursachen gezielt behandeln und so die Hörfähigkeit teilweise oder vollständig wiederherstellen. Wir von Hörsysteme Schüren informieren Sie gerne über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Art der Hörstörung infrage kommen.
Ursachenbehebung: Wenn die Schwerhörigkeit durch eine körperliche Veränderung oder äußere Einflüsse verursacht wird, kann eine gezielte Behandlung helfen. Dazu zählen etwa die Entfernung von Wucherungen im Ohr oder das Absetzen sogenannter ototoxischer Medikamente, die das Gehör schädigen können.
Hörsturz: Bei einem plötzlichen Hörverlust, dem sogenannten Hörsturz, werden häufig durchblutungsfördernde Medikamente eingesetzt. Diese können als Tabletten, Infusionen oder in bestimmten Fällen direkt ins Mittelohr verabreicht werden, um die Hörleistung wieder zu verbessern.
Mittelohr-Operationen: Mechanische Probleme im Mittelohr, beispielsweise an den Gehörknöchelchen oder am Trommelfell, lassen sich häufig operativ beheben. Dabei können kleine Prothesen eingesetzt oder Röhrchen in das Trommelfell gelegt werden, um die Schallweiterleitung zu verbessern.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Schwerhörigkeit
Neben medizinischen oder operativen Eingriffen gibt es unterstützende Maßnahmen, die den Höralltag erleichtern und die Kommunikation verbessern können:
Hörtraining: Durch gezielte Übungen lässt sich das Hörvermögen trainieren und das Sprachverständnis schrittweise verbessern.
Lippenablesen und Gebärdensprache: Diese Techniken dienen als wertvolle Ergänzung zum Hör- und Sprechtraining und helfen, Gespräche besser zu verstehen, auch in schwierigen Hörsituationen.
Logopädie: Eine logopädische Therapie unterstützt Menschen mit Schwerhörigkeit dabei, ihre Sprech- und Kommunikationsfähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern.
Welche Maßnahmen kann man selbst ergreifen?
Viele Menschen bemerken eine beginnende Schwerhörigkeit erst nach und nach. Wenn Sie feststellen, dass Nebengeräusche das Verstehen erschweren, Sie häufiger nachfragen müssen oder Fernseher und Radio lauter eingestellt werden, sollten Sie aufmerksam werden. Auch wenn Sie Gespräche bei Feiern oder in Restaurants nur schwer verfolgen können oder nicht bemerken, wenn Sie von der Seite angesprochen werden, kann das ein Hinweis auf eine Hörminderung sein.
Wichtig ist, sich diese Veränderungen ehrlich einzugestehen, sich selbst gegenüber, aber auch Ihrer Umgebung.
Ein offener Umgang mit dem Thema Hören ist der erste Schritt zu einer besseren Lebensqualität. Lassen Sie Ihr Gehör von einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt überprüfen. So können mögliche Ursachen der Schwerhörigkeit erkannt und passende Behandlungsmöglichkeiten besprochen werden.
Wenn Ihnen ein Hörgerät empfohlen wird, wenden Sie sich mit der ärztlichen Verordnung an eine erfahrene Hörakustikerin oder einen Hörakustiker. Bei Hörsysteme Schüren nehmen wir uns Zeit, verschiedene Geräte mit Ihnen zu testen, auch im Alltag und über mehrere Wochen. So finden wir gemeinsam das Hörsystem, das am besten zu Ihren Bedürfnissen passt.
Der Umgang mit einem Hörgerät erfordert etwas Geduld und Übung. Geben Sie sich Zeit, sich an das neue Hören zu gewöhnen. Auch wenn Hörgeräte heute technisch ausgereift sind, können sie nicht jede Situation perfekt ausgleichen. Daher lohnt es sich, eigene Strategien für herausfordernde Hörumgebungen zu entwickeln. Zusätzlich stehen zahlreiche technische Hilfen für Telefon, Fernsehen oder andere Geräte zur Verfügung, die den Alltag erleichtern.
FAQ
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Andrea Walla
(Fillialleitung)
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